Wassertanks

  • Vorgeschichte

In der Trockenzeit musste in Wakajara akzeptables Trinkwasser mit einem Motorboot weit im Inneren des Verbindungsflusses Wakajara geholt werden. Familien, die nicht über ein Boot verfügten und das Flusswasser des Pedernales tranken, wurden krank und bekamen Durchfall, was besonders für die kleinen Kinder der Familie lebensgefährlich werden konnte.

Junge Männer meiner Gastfamilie befördern Trinkwasser in den Haustank

In den Jahren 1998-1999 wurden von einer im Gebiet des westlichen Orinoko-Deltas operierenden Ölfirma verschiedene Sozialprojekte durchgeführt. Im Zuge dieser Aktivitäten wurden in "Wakajara de la Horqueta" zwei größere Wassertanks errichtet, die sich über Zinndächer mit Regenwasser speisten. Die Wasserentnahme funktionierte über Schlegelpumpen. Diese waren allerdings nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen.

  • Ausbesserung und Erweiterung eines Wassertanks

Ersatzteile zur Reperatur der Pumpen waren in Tucupita nicht aufzutreiben. Daher entschieden wir uns dazu, den kleineren der beiden Tanks zu reparieren.


Die Reinigung

Als die Pumpe ihren Geist aufgegeben hatte, hatten die Bewohner der nahen Häuser nämlich, das Dachmaterial aufgebogen, um mit Eimern Wasser aus dem Inneren des Tanks zu schöpfen. Kinder warfen später Unrat in den Tank und es bildete sich Algenbewuchs am Boden, dort wo Löcher im Dach nun Licht eindringen liessen.

Daher musste das Innere des Tanks erst einmal von Schmutzwasser und Algen gereinigt werden.
Hierzu verodnete ich Besen und Sand zum scheuern. Viele Kinder halfen begeistert mit und wurden dann mit Keksen und Limonade belohnt.

Das Innere des kleinen Tanks nach einer gründlichen Reinigung


Die Reperatur

Als nächstes galt es daher das Dach zu reparieren und einen neuen Ausgang zu schaffen.
Wir schweissten ein Rohr mit Wasserhahn an, so dass die Wasserentnahme durch das Gefälle ohne Pumpe durch das Gefälle funktioniert. Dafür wurde unter dem Hahn ein Loch ausgehoben und später mit Zement befestigt.

Das Ausgangsrohr wird angeschweisst


Die Ausweitung

Ausserdem wollten wir den Tank, der sehr flach konstruiert war, aufstocken und erhöhen, damit er in der Regenzeit mehr Wasser aufnehmen können würde.

Tank nach dem Aufstocken, im Hintergrund das reparierte Dach


Das Material

Da die Basis des grösseren der beiden Tanks durch ein Erbeben eine Beschädigung erlitten hatte und umbrauchbar geworden war, verwendeten wir nach Absprache mit dem Dorf das galvanisierte Wellblech des grossen Tanks dazu, den kleineren Tank aufzustocken.
Zum Flicken des Daches verwendeten wir ebenfalls Material des kaputten, grossen Tanks.
Das Demontieren des alten Tanks nahm bei weiten die meiste Zeit in Anspruch, da wir das Blech nicht einfach abflexen konnten. Dies hätte scharfe Kanten zurückgelassen und eine Gefahr für die Kinder dargestellt.

Aufbrechen des Fundamentes

Daher mussten wir das Fundament aufbrechen, aussen und innen, sowie die Verbindung zwischen den Einzelblechen aufschrauben oder wo nötig abflexen.
Auch die Strombeschaffung von der Hauptleitung war, nach hiesigen Verhältnissen abenteuerlich. Teilweise verwendeten wir auch einen gliehenen kleinen Generator.

Manuelles verbinden der Kabel


Die Arbeitskräfte

Die Arbeiten wurden von einem Schweisser aus La Horqueta und seinem Sohn, einem älteren Mann aus Wakajara sowie einer Gruppe junger Helfer aus Wakajara relaisiert.

Der Schweisser (rechts), sein Sohn (kniend) und der ältere Warao-Helfer (links)
beim Demontieren des kaputten Tanks

(Hier kleinen Film einstellen)

Last modified: Mon Jun 30 21:39:10 Westeuropäische Sommerzeit 2008