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Geplante Projekte

Geplante Projekte sollen in Absprache mit den Betroffenen und wenn möglich unter logistischer Anleitung von ihnen selbst realisiert werden.


Sobald die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und wir mit den Dorfbewohnern gesprochen haben, wollen wir damit beginnen, den Bau von Latrinen in dem Dorf "Wakajara de La Horqueta" (westliches Orinoko-Delta) in Angriff zu nehmen.
Gedacht ist an ein Modell, welches sich mit einfachen Mitteln und nach anfänglichem Anlernen auch von den Leuten selbst bauen läßt. Hierzu haben wir Kontakt mit einem in Tucupita ansässigen Unternehmer aufgenommen, der in dieser Art von Projekten Erfahrung hat und lassen uns von einem in Caracas lebenden Spezialisten für soziale Projekte in ländlichen Gemeinschaften beraten. Zur Zeit warten wir auf einen Kostenvoranschlag und Pläne der zu bauenden Latrinen.
Momentan benutzen die Leute im Wald befindliche "Donnerbalken", doch da das Gelände täglich überlfutet wird, gelangen die Ausscheidungen so leicht ins Wasser des Flusses, der zum Baden und für Kochwasser benutzt wird.


In den Jahren 1998-1999 wurden von einer im Gebiet des westlichen Orinoko-Deltas operierenden Ölfirma verschiedene Sozialprojekte u.a. in Wakajara de la Horqueta durchgeführt. Im Zuge dieser Aktivitäten wurden zwei größere Wassertanks errichtet, die sich über Zinndächer mit Regenwasser speisen. Die Schlegelpumpen sind zur Zeit nicht betriebsbereit. Die Ölfirma hat sich inzwischen aus dem Gebiet zurückgezogen und die Regierung denkt eher daran, neue Projekte in Angriff zu nehmen, als schon existierende Strukturen auszubessern. Die Tanks zu reparieren wäre recht billig.
Ohne solche Tanks muß das Wasser in der Trockenzeit mit dem Motor aus weiter entfehrnten Flüssen geholt werden, was sich kaum jemand leisten kann.


Morichito und Barranquillas sind zwei kleine einander gegenüber liegende Gemeinden im zentralen Delta nahe Arawaibisi. Da die dortige Bevölkerung keine Arbeitsmöglichkeiten hat, sind viele nach Barrancas oder Tucupita emigriert. Auch machen die Bewohner "Sammelausflüge" bis nach Caracas, um dort zu betteln und zu alten Kleider und weggeworfenen Konsumgütern zu gelangen. Früher florierte in der Nähe eine Fischsalzerei und die Bewohner träumen davon, mit eigenen Motoren zum Fischfang Richtung Meer zu fahren und den eingesalzenen Fang in Barrancas zu verkaufen. Auch wäre ein Motor für Notfälle wichtig, den beide Gemeinden nutzen könnten, um etwa Kranke nach Barrancas oder Tucupita zu transportieren. Während meines diesjährigen (2003) Aufenthaltes starb beispielsweise eine junge Frau bei der Geburt, die durch eine solche Überführung hätte gerettet werden können.

Wie genau ein kooperativer Fischfang zu organisieren wäre und wie groß die Chance auf Erfolg eines solchen Unternehmens ist, muß noch mit den Bewohnern und Experten geprüft werden. Dies wäre auf jeden Fall ein finanziell aufwendigeres Projekt. Und man würde wohl mit einem Gemeinschaftsmotor beginnen müssen, um zu sehen, ob sich die Struktur einer Kooperative bewährt.


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Created by
Stefanie Herrmann
Last modified: Sat Feb 07 15:48:44 Westeuropäische Normalzeit 2004